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Hunde trainieren statt dressieren
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Hund und Mensch zu einem gemeinsamen Leben in Harmonie führen

Auf den Hund gekommen


Welpe Brustgeschirr Training Ausbildung

Schon in meiner Kindheit hatte ich den großen Wunsch nach einem Hund, meine Eltern aber hatten immer Bedenken, dass ein Hund bei uns in der Großstadt kein schönes Leben hätte. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich damals keinen Hund bekommen hatte, weil weder meine Eltern noch ich Ahnung von Hunden hatten und ich musste viele Jahre später feststellen, wie dringend ein gewisses Maß an Wissen notwendig ist, um richtig mit seinem Hund umgehen zu können.

 Vor einigen Jahren konnte ich mir endlich den Wunsch nach einem Hund erfüllen und machte mich auf die Suche nach MEINEM Hund. Ich fand meine Hündin schnell, ich wollte diesen kleinen Welpen, der in Vorarlberg am Land durch ein „Missgeschick“ und ungeplant mit neun Geschwistern geboren wurde. Ein Welpe von einem Züchter kam für mich nicht in Frage, da ich bei der Suche feststellen musste, wie viele Hunde einen Platz suchten und ich war nicht bereit, die Nachfrage nach Zuchthunden zu fördern, wenn so viele Tiere im Tierschutz zu finden waren, die glücklich über ein neues Zuhause gewesen wären.

Um mich auf das Leben als Hundehalter vorzubereiten, las ich viele Bücher und Fachzeitschriften über Hunde und Hundeerziehung, sah mir alle Fernsehsendungen mit sog. „Hundeprofis“ und dergleichen an. Noch bevor dieser kleine Welpen bei uns einzog, kümmerte ich mich um eine Hundeschule und machte sogar einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde bei einer Tierärztin.

Im Glauben, gut vorbereitet auf das neue Familienmitglied zu sein, war die Vorfreude riesengroß und der Tag der Abholung und des Einzugs stand bevor. Samy, unsere Mischlingshündin zog endlich ein!

Schon nach wenigen Wochen musste ich feststellen, dass noch so viel Literatur über Hunde – so gut oder schlecht sie sein mag – nicht ausreichte, um adäquat mit seinem Hund im Alltag umzugehen. Ich musste mir eingestehen, dass ich als Ersthundehalter in vielen Situationen überfordert war – u.a. auch damit, dass Samy mit fremden Menschen ein Problem hatte. Sie bellte zu Beginn nur einige wenige Menschen an, von denen ich dachte, dass diese speziellen Personen etwas sehr auffälliges, unbekanntes an sich hatten (zb. Mann mit Hut, Dame mit Einkaufstasche oder Einkaufswagen, Müllmänner in knalloranger Bekleidung etc.).

Zu diesem Zeitpunkt war ich mit Samy in einer Hundeschule, von der ich dachte, dass sie mir helfen könnte. Außer „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“ in Gruppentrainings wurde dort aber nicht auf spezifische Probleme im Alltag eingegangen, vielmehr wurden seltsame Übungsabläufe verlangt, die die Bindung zwischen Hund und Mensch nicht gerade förderten (zb. Welpe wird vom Trainer fest gehalten, während der Halter weglaufen sollte). Wie oft habe ich mir später die Frage gestellt: „Warum hast du nicht auf dein Bauchgefühl gehört?“, denn ich fühlte mich mit dem, was in dieser Hundeschule gemacht wurde, nicht wohl. Meine einzige Entschuldigung ist schlicht und einfach – ich wusste es nicht besser. Schließlich waren dort „Hundetrainer“, auf dessen Fachwissen und Erfahrungen ich vertraute.

Als Samy ungefähr ein dreiviertel Jahr alt war, waren wir am Tiefpunkt angelangt. Sie verbellte 99% aller fremden Menschen, denen wir im Alltag begegneten – egal wie nah oder weit sie entfernt waren. An der Leine reagierte sie noch heftiger – somit kam noch eine Leinenaggression hinzu, die sich nicht nur gegen Menschen, sondern in weiterer Folge auch gegen andere Hunde richtete.

Die Hundeschule hatten wir inzwischen schon lange verlassen, da ich auch mitbekam, dass im Junghundekurs mit veralteten Methoden gearbeitet wurde, bei dem der Hund psychisch oder physisch unter Druck gesetzt wurde. Diese Vorgehensweise lehnte ich damals schon vehement ab.

Dennoch – ich musste eine Lösung finden. Samy wegzugeben, war niemals eine Option. Wenn man einen Hund bei sich aufnimmt, muss man auch die lebenslange Verantwortung für dieses Lebewesen übernehmen – so viel war klar!

Ich suchte einen Hundetrainer / eine Hundetrainerin, die einerseits Fachwissen vorweisen konnte, d.h. dementsprechende Ausbildungen um das Thema Hund und Hundeerziehung absolviert hatte, und andererseits Einzeltrainings anbot – und ich wurde fündig!

Diese Trainerin begleitete uns einige Monate mit Einzeltrainings und lehrte uns, mehr auf die Körpersprache von Samy zu achten, sodass wir auch rechtzeitig erkennen konnten, wann es ihr wieder zu viel wurde. Durch dieses Training verbesserte sich unser Umgang mit Samy und dementsprechend auch ihr Verhalten. Wir machten den Fortschritt, dass unsere Hündin „nur mehr“ 50% der fremden Menschen verbellte, und nicht mehr fast jeden wie zu Beginn.

Eines Tages machte uns unsere Trainerin den Vorschlag, wir sollten bei Clarissa von Reinhardt (animal Learn) in Deutschland bezüglich einer Trainingswoche anfragen. Frau von Reinhardt hätte seit vielen Jahren Erfahrung in der gewaltfreien Erziehung von „schwierigen“ Hunden. Gesagt – getan! Wir buchten eine Intensiv-Trainings-Woche bei Frau v. Reinhardt in ihrer Hundeschule und schon in den ersten Tagen des Trainings bemerkte ich, wie viel Fachwissen mir fehlte. Ich wollte immer mehr über Hunde und das Training mit ihnen erfahren und wenige Zeit später entschied ich mich, die anderthalb-jährige Hundetrainerausbildung bei animal learn zu machen, die ich auch erfolgreich absolviert habe.

Meine Motivation, mich für diese Ausbildung anzumelden, war weniger der Wunsch später einmal selbst Hundetrainerin zu werden – vielmehr wollte ich einfach mehr über Hunde wissen, um besser mit Samy umgehen zu können. Nach der ersten Hälfte der Ausbildung gab es einen Wendepunkt, an dem ich immer mehr darüber nachdachte, vielleicht doch als Hundetrainerin zu arbeiten. Die Veränderung dahingehend beruhte einerseits darauf, dass ich mich immer gerne mit Menschen unterhalten habe – vor allem mit Hundehaltern, und feststellen musste, dass bei vielen Alltagsprobleme mit ihren Hunden vorzufinden waren, die oftmals einfach in den Griff zu bekommen gewesen wären, würde ihnen jemand richtiges Fachwissen vermitteln und sie lehren, auf die Körpersprache ihres Hundes zu achten. Andererseits hatte ich während der Ausbildung Kontakt zu vielen unterschiedlichen Hunden, die mich ebenfalls viel gelehrt haben und meine Entscheidung als Trainerin tätig zu werden, beeinflusst haben.

Ich möchte Menschen dabei helfen, ihre Hunde besser zu verstehen und ihnen einen gewaltfreien Weg zu einem harmonischen Miteinander zeigen.

Mein Dank gilt meiner Hündin Samy, die mich zu meinem Weg geführt hat…

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